Techtextil und Texprocess 2026 endeten mit einer starken Besucher- und Ausstellerbeteiligung. Mit über 36.000 Besucher*innen und 1.700 Ausstellern boten die internationalen Leitmessen Chancen für Neukundengeschäfte und neue Businesspartnerschaften. Damit zeigten die Veranstaltungen eine erneut sehr hohe Besucherzufriedenheit von 95 Prozent. Die Ausstellerzufriedenheit wuchs über beide Messen auf 86 Prozent, bei der Texprocess stieg sie auf 90 Prozent. Besonders deutlich – um 13 Prozent – wuchs die von den Ausstellern wahrgenommene Besucherqualität. Dies bestätigt Techtextil und Texprocess als wichtigste internationale Plattformen, um Innovationen erstmals auf dem Markt vorzustellen und sie mit relevanten Partnern in Anwendung zu bringen. Entsprechend ist das erwartete Nachmessegeschäft der Aussteller auf beiden Messen deutlich gewachsen. In einem herausfordernden Markt schafften Techtextil und Texprocess der globalen Branche damit einen stabilen Branchentreffpunkt. So waren Teilnehmer aus 112 Ländern auf dem Messegelände in Frankfurt vertreten. Zu den Top-Ten-Besucherländern zählten Deutschland, Italien, Frankreich, die Türkei, die Niederlande, Spanien, Belgien, Großbritannien, Polen und die Schweiz. Wachstum kam unter anderem aus Indien, Japan, Portugal, Schweden und den USA.
„Die volatilen Marktentwicklungen verändern Geschäftsmodelle nachhaltig. Konnektivität, Flexibilität und Geschwindigkeit sind in diesem Umfeld zentrale Erfolgsfaktoren. Auf der Techtextil und Texprocess treffen relevante Partner zusammen, um Ideen schnell zur Anwendung zu führen. Neue Materialien und Innovationen der Lieferkette sind entscheidende Wettbewerbsvorteile,“ sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.
Bei der Entwicklung neuer Lösungen spielt Kollaboration zwischen Forschung, Industrie und Anwendung eine wesentliche Rolle. Das zeigen die Techtextil und Texprocess Innovation Awards 2026. Ein Großteil der prämierten Innovationen entstand durch Partnerschaften. So entwickelte beispielsweise Samsara Eco eine enzymbasierte Recyclingtechnologie gemeinsam mit der Deakin University, The Lycra Company, Nilit und der Anwendermarke Lululemon.
Von Schutzbekleidung über Medizin- bis zu Automobillösungen – die Anwendungsbereiche textiler Innovationen sind branchenübergreifend. Neue Einsatzmöglichkeiten entstehen durch zufällige Begegnungen von Herstellern, Verarbeitern und Anwendern. „Auf der Techtextil und Texprocess zeigt sich, welche Lösungen sich auf industrieübergreifenden Märkten behaupten und Investitionen sichern. Gleichzeitig schaffen ungeplante Begegnungen mit neuen Geschäftspartnern Zugang zu neuen Märkten – und treiben Innovationen voran,“ sagt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies, Messe Frankfurt.
Natürliche Performance-Lösungen für geringere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen
Das Angebot Nature Performance zeigte auf der Techtextil Besucher*innen natürliche und biobasierte Alternativen zu Chemiefasern. Die Materialien vereinen Nachhaltigkeit mit Leistungsfähigkeit und schaffen CO₂-Einsparungen, Recyclingfähigkeit sowie eine geringere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Ob hitzebeständig, reißfest oder atmungsaktiv – über 110 Aussteller zeigten den zunehmenden Einsatz in industriellen Anwendungen. So präsentierte Cordenka technische Viskosefasern für den Agrarbereich, die sich kompostierbar mit Pflanzenresten entsorgen lassen. Oceansafe wiederum stellte ein Hochleistungspolymer auf Basis biobasierter und recycelter Rohstoffe vor, das für den industriellen Einsatz skaliert werden kann.
Marktreife Hochleistungstextilien für Bekleidung
Im Segment Performance Apparel Textiles der Techtextil verdoppelte sich das Ausstellerangebot im Vergleich zur Vorveranstaltung. Steigende Investitionen in Sicherheit, Verteidigung und Katastrophenschutz erhöhen die Nachfrage nach leistungsfähigen und normgerechten Textilien sowie spezialisierten Verarbeitungstechnologien. Unternehmen setzen verstärkt auf innovative Lösungen, die hohen Belastungen standhalten und gleichzeitig spezifische Schutzanforderungen erfüllen. Auf der Techtextil präsentierten Aussteller entsprechende Hochleistungsmaterialien für Outdoor, Sport, Mode sowie militärische und industrielle Sicherheitsbekleidung. Parallel zeigte die Texprocess die passenden Verarbeitungstechnologien für diese Anforderungen. Ein langlebiges und dauerhaft flammhemmendes Gewebe mit inhärentem Schutz bot Concordia. Advance Hitech Textile International stellte ein dehnbares Material für Arbeitsbekleidung mit besonderer Abriebfestigkeit, Formbeständigkeit und Farbechtheit vor.
Vernetzte, bedarfsorientierte Systeme und effiziente Verarbeitungstechnologien
Auf der Texprocess erhielten Besucher*innen einen umfassenden Marktüberblick – die Grundlage für Investitionsentscheidungen in herausfordernden Zeiten. Dabei wurde ein klarer Trend sichtbar: Neben den Verarbeitungsmaschinen gewinnen vernetzte Lösungen entlang der Produktion an Bedeutung. Sie verbinden einzelne Prozessschritte stärker miteinander – vom Design über die Ressourcenplanung bis zur Fertigung – und ermöglichen so eine flexiblere, stärker nachfrageorientierte Produktion. „Die Zukunft der Bekleidungsproduktion liegt in vernetzten Lieferketten und ganzheitlichen Business-Modellen. Innovative Systemarchitektur und effiziente Technologien sind dabei ausschlaggebend, um flexibel auf Marktanforderungen und Kundenbedürfnisse zu reagieren. Auf der Texprocess waren die neuesten Entwicklungen zu finden,“ sagt Elgar Straub, Geschäftsführer VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies. So präsentierte Style3D | Assyst neue KI-Lösungen für die Produktentwicklung. Sie vernetzen Design und Marketing, beschleunigen Abläufe und senken Kosten. Comelz zeigte ein Cuttingsystem, das mit künstlicher Bildverarbeitung manuelle Arbeitsschritte reduziert. Dürkopp Adler stellte eine neue Nähanlage vor, die durch smarte Schnittstellen einfache Vernetzung ermöglicht.
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