Schnelleinstiege

14. – 17.5.2019, Frankfurt am Main

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26.04.2017 Techtextil: Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Fasern für den mobilen Einsatz

Techtextil erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Automobilern

Über 40 faserbasierte Anwendungsfälle mit einer Gesamtfläche von 35 Quadratmetern stecken laut IVGT-Industrieverband „Veredlung – Garne – Gewebe – Technische Textilien“ inzwischen statistisch in jedem Auto. Kein Wunder, dass Konstrukteure, Designer und Ingenieure aus der Automobilindustrie zu den wichtigsten Besuchergruppen der Techtextil (9. bis 12.5. in Frankfurt am Main) gehören.

„Das Streben nach Gewichtsreduzierung, Komfortzuwachs und Nachhaltigkeit treibt den Einsatz textiler Materialien im Auto voran“, sagt Philipp Porst, stellvertretender Geschäftsführer bei C. H. Müller. Der Techtextil-Aussteller produziert unter anderem kaschierte und beschichtete Verbundmaterialien aus Kunstleder, Textil, Leder und Naturfaserwerkstoffen für Systemlieferanten wie Yanfeng (ehemals Johnson Controls), Grupo Antolin und Faurecia; von dort gehen die Composites etwa in Form von Sitzen, Verkleidungen oder Hutablagen an OEMs wie Audi, BMW, Mercedes und VW.

Im Techtextil-Anwendungsfeld Mobiltech stehen Materialien zur Verwendung auch im Automobilinnenraum im Fokus / Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH

Im Techtextil-Anwendungsfeld Mobiltech stehen Materialien zur Verwendung auch im Automobilinnenraum im Fokus / Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH

Auf der Messe wird das Unternehmen aus dem südwestsächsischen Heinsdorfergrund erstmals ein neues Dekor aus Polyester-Mikrofaser namens „Velamina“ für den Autoinnenraum vorstellen. „Wir wollten hochwertige Optik und Haptik moderner Mikrofaser-Oberflächen mit ökologisch nachhaltigem Polyester vereinen“, so Porst, der die Messe gezielt zur Präsentation neuentwickelter Mobiltextilien nutzt. Laut Porst arbeite die hausinterne Entwicklungsabteilung nicht nur an Fasermaterial und -oberflächen, sondern inzwischen auch an textilen Schaltern, Elektroden und Sensoren. „Mobiltelefone lassen sich schon bald auf induktiven Flächen im Autositz laden“, ist Porst überzeugt.

Premiere mit Panorama

Der Branchenverband IVGT geht in einem Bericht für die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie, die 9.000 Automobilzulieferer mit einem Jahresumsatz von 218 Mrd. Euro vertritt, davon aus, dass der weltweite Markt für Auto-Textilien bis 2024 ein Volumen von 32 Mrd. US-Dollar erreichen wird. Zum Vergleich: Der Gesamtjahresumsatz der deutschen Textilindustrie 2016 belief sich laut IVGT auf 10,8 Mrd. Euro (ohne Bekleidung). „Wir erwarten für die kommende Messe über 650 Aussteller mit Produkten und Materialien für Pkw, Nutz-, Einsatz- und Sicherheitsfahrzeuge“, sagt Techtextil-Leiter Michael Jänecke.

Zu ihnen gehört auch der baden-württembergische Textilzulieferer Rökona, der mit Spezialisierung auf Gewirke, Färberei und Ausrüstung im großen Stil für OEMs und Automobilzulieferer produziert. Das Tübinger Unternehmen wird in Frankfurt eine neuartige, patentierte Beschattungslösung für Panoramadächer präsentieren. „Wir erreichen damit einen hohen Beschattungsgrad bei geringer Dach-Dicke“, sagt Rökona-Geschäftsführer Arved Westerkamp. Die Wickelkassetten, in denen das Panoramadach im geöffneten Zustand eingerollt ist, sollen damit künftig deutlich kleiner ausfallen. Auch eine Vierrad-Neuentwicklung ganz anderer Art feiert auf der Techtextil Weltpremiere: Die Rökona-Ingenieure haben ihr Know-how rund um Kindersitze in einen Kombi-Kinderwagen mit Ökotex-zertifiziertem Fasermaterial des Start-ups Erdenkind einfließen lassen. „Dabei wurde erstmals eine automobile Wirktechnologie in einem Kinderwagen eingesetzt“, so Westerkamp. Dank eines speziellen Mechanismus könne der Sitz des Wagens synchron mit dem Kind „mitwachsen“.

Dachhimmel als Meterware: Eine ungewohnte Perspektive auch auf künftige Pkw-Dachhimmel bietet das Rohwarenlager von Rökona / Quelle: Rökona

Dachhimmel als Meterware: Eine ungewohnte Perspektive auch auf künftige Pkw-Dachhimmel bietet das Rohwarenlager von Rökona / Quelle: Rökona

Mit Mobiltextilien zum Mars
Weil zum Anwendungsfeld Mobiltech traditionell auch der Bereich Luft- und Raumfahrt gehört, werden auf einem Techtextil-Sonderareal „Living in Space“ Mobiltextilien ebenfalls eine Rolle spielen. Auf dem in Kooperation mit der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) organisierten Areal wird die Einsatzbreite technischer Textilien am Beispiel einer künftigen Marsmission anschaulich demonstriert.

So wird der Garnhersteller Zimmermann aus dem Allgäu, der auch Garne für Sicherheitsgurte und Zwirne für Airbags fertigt, einen Carbongarn zeigen, aus dem die Augsburger MT Aerospace ein Gehäuse für den Festtreibstoff-Booster der Ariane 6 gefertigt hat. Die noch in der Entwicklung befindliche Trägerrakete soll ihren Erstflug laut ESA im Jahr 2020 absolvieren. Bauteile aus carbonfaserverstärktem Kunststoff kommen in der Raumfahrt laut DLR unter anderem als Trägerstrukturen für Sonnenkollektoren, etwa auf der ISS, aber auch als Hitzeschutzkacheln von Raumfähren oder – gemeinsam mit Aluminium-Wabenstrukturen – als Nutzlastverkleidungen zum Einsatz.

Hebt leicht ab: Auf dem Techtextil-Sonderareal „Living in Space“ werden Mobiltextilien präsentiert, die auch in Trägerraketen wie dieser Ariane 5 zum Einsatz kommen / Quelle: ESA/Stephane Corvaja, 2016

Hebt leicht ab: Auf dem Techtextil-Sonderareal „Living in Space“ werden Mobiltextilien präsentiert, die auch in Trägerraketen wie dieser Ariane 5 zum Einsatz kommen / Quelle: ESA/Stephane Corvaja, 2016

Mobiltech – zweitgrößter Anwendungsbereich auf der Techtextil
Sitzbezüge, Dachhimmel und Sicherheitsgurte, ebenso Filter, Schläuche, Airbags, Instrumententafeln und zunehmend Autoteile aus faserverstärktem Kunststoff: Konstrukteure, Designer und Ingenieure nicht nur aus der Automobilindustrie finden auf der Techtextil Trends und neueste Forschungs- und Entwicklungsergebnisse rund um Mobiltextilien. Fast die Hälfte der rund 1.470 Aussteller zeigen Materialien, Produkte und Neuheiten für das Anwendungsfeld Mobiltech.

Notiz für die Redaktion:
Bildmaterial zum Download finden Sie hier: http://m-es.se/Ep54

Hintergrundinformation Messe Frankfurt
Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. Rund 2.400 Mitarbeiter an 30 Standorten erwirtschaften einen Jahresumsatz von über 640 Millionen Euro. Mittels tiefgreifender Vernetzung mit den Branchen und einem internationalen Vertriebsnetz unterstützt die Unternehmensgruppe effizient die Geschäftsinteressen ihrer Kunden. Ein umfassendes Dienstleistungsangebot – onsite und online – gewährleistet Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Qualität und Flexibilität bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltung. Die Servicepalette reicht dabei von der Geländevermietung über Messebau, Marketingdienstleistungen bis hin zu Personaldienstleistungen und Gastronomie.
Hauptsitz des Unternehmens ist Frankfurt am Main. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.
Weitere Informationen: www.messefrankfurt.com

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